Gaius Valerius Catullus

(*in Verona) war ein römischer Dichter in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts vor Christus, der, nachdem er sich in Rom der poetischen Avantgarde der Neoteriker angeschlossen hatte, bald zu deren bedeutendsten Vertreter avancierte.

Catulls bis heute erhaltenes Werk umfasst 116 carmina, die sich sehr deutlich von der zu seiner Zeit üblichen Lyrik unterscheiden, da er in ihnen äußerst subjektiv und unmittelbar persönliche Empfindungen formuliert. Eine Vielzahl dieser Gedichte handeln von Catulls schmerzhafter Liebe zu „Lesbia“, die er einereits vergöttert, alsbald als notgeile Schlampe beschimpft. Eine weitere große Gruppe bilden seine Schmähgedichte, in denen er Adlige und hochrangige Politiker wie Julius Caesar und dessen Geliebten Mamurra, dem er den Nicknamen Mentula (Schwänzchen) gab, aufs Übelste durch den Kakao zieht.

Das bekannteste Gedicht Catulls ist wohl Carmen 85: „Ich
hasse und liebe. Warum, fragst du vielleicht. Ich weiß es nicht, aber
ich spür’s und es kreuzigt mich.“

Catull starb im Alter von 30 Jahren.