Bruno S.

alias Bruno Schleinstein (* 1932 in Berlin-Friedrichshain; †2010 in Berlin-Tiergarten)

Musiker, Schauspieler und Maler. Uneheliches Kind einer Prostituierten, die ihn im Alter von drei Jahren ins Heim abgab. 

1941 wurde er in den Wittenauer Heilstätten untergebracht, wo man ihn als medizinisches Versuchsobjekt misshandelte. 1956 aus der Psychiatrie entlassen. Verschiedene Hilfsarbeiterjobs. Ab 1963 arbeitete Bruno für 28 Jahre als Gabelstaplerfahrer. Zugleich tritt er bis zu seinem Tod regelmäßig als Moritatensänger in Berliner Hinterhöfen auf. 1974 engagierte ihn Werner Herzog für die Hauptrolle des Kaspar Hauser in „Jeder für sich und Gott gegen alle“. 1977 spielte er in Herzogs „Stroszek“ mehr oder weniger sich selbst. Nach diesem kurzem Ruhm geriet er wieder in Vergessenheit. 2003 erschien Miron Zownirs Dokumentarfilm „Bruno S. – Die Fremde ist der Tod“. 2009 letzte Rolle in Zownirs Film „Phantomanie“. 

Bruno S. starb am 11. August 2010 an Herzversagen.

Beiträge in Superbastard 4